2012
Silent Alarm Clock
Prototyp, 1979 Courtesy of the Estate of Max Neuhaus
Max Neuhaus’ MomentArbeit erinnert an ein ungewöhnliches Produkt, das nie in Serie gegangen ist: einen stillen Wecker, den er 1979 konzipierte. Wie Neuhaus ihn beschrieb, maß er ›zwei mal sechzehn mal ein Inch, mit einer Zeitanzeige, Knöpfen auf der linken Seite der längeren Oberfläche und einer runden Fläche an der rechten Seite, hinter der sich ein kleiner Lautsprecher verbarg.‹ Vor der programmierten Weckzeit begann der Wecker, einen kontinuierlichen, leisen Ton zu senden, sorgfältig auf das Maximum der im Schlaf wahrnehmbaren Klänge ausgerichtet, ohne den Schlafenden aufzuwecken. Neuhaus erklärte, dass diese Frequenz ›von ganz besonderer Beschaffenheit sei. Sie ist da, aber gleichzeitig fast nicht wahrzunehmen – mehr eine Präsenz als ein Sound.‹ Beginnend bei fast nicht hörbarer Lautstärke, steigerte sich der Ton graduell, bis er – zur programmierten Weckzeit – abrupt abbrach. Die plötzlich einsetzen de Stille, das Fehlen der akustischen Stimulierung, weckte den Schlafenden auf. BJ
Auszug aus: Branden W. Joseph, in: Max Neuhaus: Times Square, Time Piece Beacon. Eds. Lynne Cooke and Karen Kelley, with Barbara Schröder. New York: Dia Art Foundation, 2009, pp. 59–81.